Es ist Montag, kurz nach acht. Die Geschäftsführerin eines Maschinenbauers mit 140 Beschäftigten hat am Freitag ein KI-Werkzeug beschafft und schickt eine Rundmail: „Ab sofort steht uns ein KI-Assistent zur Verfügung. Bitte nutzen Sie ihn.“ Acht Wochen später nutzen vier Personen das Werkzeug regelmäßig, zwei haben es einmal ausprobiert, der Betriebsrat hat beim Mittagessen von der Einführung erfahren, und auf die Frage, ob sich das Ganze lohnt, antwortet niemand mit mehr als einem Gefühl.
Das Beispiel ist erfunden. Die Situation dürfte dennoch vielen vertraut vorkommen, die schon einmal eine neue Software ohne Rahmen eingeführt haben. Das Werkzeug ist in solchen Geschichten selten das Problem. Es fehlt etwas anderes: ein Ziel, das sich überprüfen lässt, Menschen mit klaren Aufgaben, ein Zeitplan mit Entscheidungspunkten und eine Vereinbarung darüber, was passiert, wenn es nicht funktioniert.
Dieser Artikel beschreibt einen solchen Rahmen für ein Team im Mittelstand: 13 Wochen, also rund 90 Tage, in drei Phasen. Er enthält einen Wochenplan, die Rollen, eine Beispielrechnung für den Aufwand, die typischen Stolpersteine und Kriterien, bei denen Aufhören die richtige Entscheidung ist. Unsere These steht am Anfang, damit Sie sie beim Lesen prüfen können: Das Ziel der ersten 90 Tage ist eine gute Entscheidung, kein bestimmtes Ergebnis. Wer Ergebnisse verspricht, bevor ein einziger Pilotlauf stattgefunden hat, verkauft. Wer Entscheidungen plant, arbeitet.
Was 90 Tage leisten können und was nicht
Dreizehn Wochen sind kurz. Sie reichen nicht, um ein Unternehmen zu verändern, und sie reichen nicht, um seriös vorherzusagen, wie viel Zeit am Ende gespart wird. Sie reichen aber aus, um an einem Anwendungsfall zu lernen, ob sich der Weg lohnt, und um das mit Zahlen und Rückmeldungen zu belegen statt mit Bauchgefühl.
| Realistisch nach 90 Tagen | Nicht seriös zu versprechen |
|---|---|
| Ein Anwendungsfall, der in einer Gruppe im Alltag läuft | Eine Ersparnis in Stunden oder Prozent, bevor sie gemessen wurde |
| Messwerte vorher und nachher für genau diesen Fall | Dass alle Abteilungen im gleichen Maß profitieren |
| Regeln für Daten, Rechte und Freigaben, schriftlich festgehalten | Dass Mitarbeitende den Assistenten ohne Begleitung annehmen |
| Eine Entscheidung mit Begründung: weiter, anpassen oder stoppen | Dass sich die Investition in einer bestimmten Zeit amortisiert |
| Eine benannte Person, die den Betrieb verantwortet | Dass Antworten der KI ohne Prüfung belastbar sind |
Die rechte Spalte ist keine Vorsicht um der Vorsicht willen. Sie beschreibt, was ein ehrlicher Plan zum Zeitpunkt der Planung nicht wissen kann. Ein Fahrplan, der Ergebnisse zusichert, ist ein Prospekt. Ein Fahrplan, der Entscheidungen zusichert, ist ein Arbeitsinstrument.
Der Fahrplan auf einen Blick
Der Plan hat drei Phasen und drei Tore. Ein Tor ist ein fester Termin am Ende einer Phase, an dem eine kleine Runde entscheidet, ob es weitergeht, ob nachgebessert wird oder ob das Vorhaben endet. Die Tore liegen an den Tagen 21, 63 und 91, also am Ende der Wochen 3, 9 und 13.
Die Aufteilung folgt einer einfachen Überlegung. Drei Wochen Grundlagen sind kurz genug, damit die Vorbereitung nicht zum Selbstzweck wird, und lang genug, um Datenschutz, Berechtigungen und Betriebsrat sauber zu klären. Sechs Wochen Pilot geben der Gruppe Zeit für die holprigen ersten Tage und lassen danach genug Raum, um Nutzung und Qualität über mehrere Wochen zu beobachten. Wer nur zwei Wochen testet, misst vor allem Neugier. Vier Wochen Ausweitung reichen, um eine zweite Gruppe einzuarbeiten und den Betrieb zu regeln, und sind kurz genug, damit die Schlussentscheidung nicht verschleppt wird.
Rollen: Wer in den 13 Wochen was tut
Eine KI-Einführung scheitert selten an der Technik und häufig an Zuständigkeiten, die niemand ausgesprochen hat. Fünf Rollen genügen für ein Team im Mittelstand. Eine Person kann mehrere Rollen tragen, aber jede Rolle braucht einen Namen.
| Rolle | Aufgabe | Entscheidet über |
|---|---|---|
| Sponsor (Geschäftsführung oder Bereichsleitung) | Gibt Zeit und Mittel frei, nimmt an allen drei Toren teil, hält Entscheidungen durch | Start, Weiter, Stopp |
| Projektverantwortliche | Steuert den Plan, misst, zieht Stichproben, schreibt den Bericht | Reihenfolge und Zuschnitt im Pilot |
| Pilotgruppe (sechs Personen aus dem Fachbereich) | Arbeitet mit echten Aufgaben und gibt ehrliche Rückmeldung | Bewertung im Alltag |
| IT und Datenschutz | Klärt Verträge, Berechtigungen und Anbindungen | Welche Daten und Systeme angebunden werden |
| Betriebsrat (falls vorhanden) | Wird ab Woche 1 informiert und beteiligt | Mitbestimmung nach Betriebsverfassungsgesetz |
Zwei Hinweise dazu. Erstens: Der Sponsor ist keine Ehrenrolle. Ohne eine Person, die im Zweifel Zeit freigibt und ein unbequemes Ergebnis akzeptiert, wird der Pilot nebenbei erledigt und entsprechend bewertet. Zweitens: Die Pilotgruppe sollte gemischt besetzt sein. Wenn nur die Begeisterten mitmachen, lernen Sie, dass Begeisterte das Werkzeug mögen. Das wussten Sie vorher.
Aufwand als Beispielrechnung
Wie viel Zeit das kostet, lässt sich nicht allgemein sagen. Die folgende Rechnung ist eine Beispielrechnung mit runden Annahmen, die Sie durch Ihre eigenen ersetzen sollten. Sie zeigt vor allem, wo der Aufwand liegt: nicht bei der Technik, sondern bei den Menschen, die lernen und prüfen.
| Rolle | Annahme | Stunden |
|---|---|---|
| Projektverantwortliche | 6 Stunden pro Woche, 13 Wochen | 78 |
| Pilotgruppe | 6 Personen, 2 Stunden pro Woche, 6 Wochen | 72 |
| IT und Datenschutz | 12 Stunden in Phase 1, 4 in Phase 2, 8 in Phase 3 | 24 |
| Sponsor | 1 Stunde pro Woche, 13 Wochen | 13 |
| Betriebsrat | Annahme: 6 Stunden insgesamt | 6 |
| Summe | 193 |
193 Stunden sind bei acht Stunden pro Tag rund 24 Personentage. Nicht enthalten sind die Einarbeitung der später dazukommenden Kolleginnen und Kollegen sowie laufende Kosten für Lizenzen. Die Rechnung ist nur dann hilfreich, wenn Sie sie am Ende mit dem Nutzen vergleichen, den Sie tatsächlich gemessen haben. Im ROI-Rechner können Sie eigene Annahmen durchspielen, ohne dass daraus eine Zusage wird.
Phase 1: Grundlagen (Wochen 1 bis 3)
| Woche | Fokus | Ergebnis am Ende der Woche |
|---|---|---|
| 1 | Auftrag, Sponsor, Rollen | Ein Satz zum Ziel, benannte Personen, freigegebenes Zeitbudget |
| 2 | Anwendungsfall wählen, Ausgangswerte messen | Ein Anwendungsfall mit Prüfregel, Zeiten für typische Aufgaben |
| 3 | Regeln für Daten, Rechte und Freigaben | Schriftliches Regelwerk, Beteiligung des Betriebsrats, Tor 1 |
Woche 1: Ein Satz, der sich überprüfen lässt
Beginnen Sie mit einem Zielsatz, der nicht „KI einführen“ lautet, sondern etwas Überprüfbares beschreibt. Ein Beispiel: „Wir prüfen bis Tag 63, ob unser Serviceteam Störungsanfragen mit einem Assistenten schneller und mit belegbaren Antworten bearbeiten kann.“ In diesem Satz stecken ein Team, eine Aufgabe, ein Termin und ein Maßstab. Er verspricht nichts, er setzt eine Prüfung an. Der Sponsor unterschreibt ihn, die Pilotgruppe wird benannt, das Zeitbudget aus der Beispielrechnung wird freigegeben.
Woche 2: Den Anwendungsfall wählen
Die meisten Pilotprojekte werden an der falschen Aufgabe entschieden. Entweder ist sie zu selten, dann entsteht keine Erfahrung. Oder sie ist zu heikel, dann bremst jede Antwort die Prüfung. Vier Fragen helfen bei der Auswahl:
- Wie oft kommt die Aufgabe vor? Sie brauchen genug Wiederholungen, um nach sechs Wochen etwas zu sehen.
- Was passiert bei einem Fehler? Je weiter eine falsche Antwort nach außen dringt, desto strenger muss die Prüfung sein.
- Lässt sich die Antwort an einer Quelle prüfen? Aufgaben, bei denen die Antwort in Dokumenten steht, sind leichter zu bewerten als Aufgaben, bei denen es auf Urteil ankommt.
- Sind die Unterlagen digital vorhanden, und darf die Pilotgruppe sie sehen? Ohne Zugriff gibt es keine Antworten.
Die ersten beiden Fragen lassen sich in einer Vierfeldertafel zusammenführen:
Die Beispiele in der Grafik sind Orientierung, keine Empfehlung für Ihr Haus. Ordnen Sie Ihre eigenen Aufgaben ein. Für die Fertigung ist ein typischer Kandidat das Nachschlagen von Störungen, etwa die Frage, ob ein bestimmter Fehler schon einmal aufgetreten ist und was damals geholfen hat. Wie das aussehen kann, zeigt die Seite KI für die Fertigung. In den Demo-Unterlagen ist es ein ausdrücklich fiktives Beispiel: Der Füller FL-200 meldet Fehler E-217. Die Aufgabe kommt häufig vor, ein Irrtum lässt sich an der Quelle erkennen, und die endgültige Entscheidung über den Eingriff bleibt bei der Servicetechnikerin.
Ebenso wichtig wie die Auswahl sind die Ausgangswerte. Lassen Sie die Pilotgruppe in den Wochen 2 und 3 für zehn typische Aufgaben notieren, wie lange sie dauern und wo Rückfragen entstehen. Das kostet wenig und ist die einzige Grundlage, auf der Sie in Woche 9 sagen können, ob etwas schneller geworden ist. Ohne Ausgangswert bleibt jede Aussage „gefühlt“.
Woche 3: Regeln, bevor jemand den Assistenten benutzt
Das Regelwerk muss weder lang noch juristisch sein. Es muss vorliegen, bevor der Pilot beginnt. Sechs Punkte gehören hinein:
- Welche Daten dürfen in den Assistenten und welche nicht, etwa Personalakten oder Unterlagen mit besonderem Geheimhaltungsbedarf?
- Wer darf welche Quellen sehen? Ein Assistent sollte nur Inhalte verwenden, auf die die fragende Person selbst Zugriff hat.
- Welche Aktionen laufen frei, welche nur nach Nachfrage und welche gar nicht? Besonders wichtig sind alle Aktionen, die nach außen wirken.
- Wer prüft eine Antwort, die das Haus verlässt, bevor sie verschickt wird?
- Welche Verträge sind nötig? Wird ein externer Dienst genutzt, gehört in der Regel eine Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO dazu.
- Wie wird der Betriebsrat beteiligt? Technische Einrichtungen, mit denen sich Verhalten oder Leistung der Beschäftigten überwachen lässt, können der Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 Betriebsverfassungsgesetz unterliegen, und ein Assistent mit Nutzungsprotokoll kann dazugehören.
Das ist keine Rechtsberatung. Klären Sie den Einzelfall mit Ihrer Rechtsberatung und Ihrem Datenschutzbeauftragten. Praktisch gilt: Beziehen Sie den Betriebsrat in Woche 1 ein, nicht in Woche 6. Ein Pilot, der mitten im Lauf angehalten werden muss, kostet mehr Vertrauen als jede frühe Frage.
Auch die Berechtigungen für Aktionen sollten Sie als Regel festhalten und im Werkzeug sichtbar machen können. In TheroAI sieht das so aus: Für jedes Werkzeug lässt sich Erlauben, Nachfragen oder Sperren wählen, und schreibende Aktionen sind gekennzeichnet. Unabhängig vom Produkt ist die Frage dieselbe: Kann ein Administrator auf einen Blick sehen, was der Assistent darf?
Am Ende der dritten Woche steht Tor 1: Ist der Anwendungsfall gewählt, sind die Ausgangswerte erhoben, liegt das Regelwerk vor, und ist der Betriebsrat informiert? Wenn ja, startet der Pilot. Wenn nein, wird nachgebessert, und der Start verschiebt sich. Das ist kein Scheitern, sondern der Zweck eines Tores.
Phase 2: Pilot (Wochen 4 bis 9)
| Woche | Fokus | Ergebnis am Ende der Woche |
|---|---|---|
| 4 | Einarbeitung der sechs Personen | Alle haben echte Aufgaben mit dem Assistenten bearbeitet |
| 5 | Erste Routine, Hürden sammeln | Liste der Hürden, erste Anpassungen an Anweisungen und Vorlagen |
| 6 | Zwischenstand | Gespräch mit denen, die den Assistenten kaum nutzen |
| 7 | Messung beginnt | Nutzung wird erfasst, Stichprobe der Antworten läuft |
| 8 | Messung, zweite Zeitmessung | Zeiten für die zehn Aufgaben aus Woche 2 und 3 erneut erfasst |
| 9 | Auswertung | Ampel ausgefüllt, Tor 2 mit protokollierter Entscheidung |
Der Rhythmus: Einmal pro Woche 30 Minuten
Der Pilot lebt von einem kurzen, festen Rückblick. Die Gruppe trifft sich einmal pro Woche für 30 Minuten und beantwortet drei Fragen: Was hat geholfen? Was hat gestört? Was haben Sie nicht benutzt, obwohl es möglich gewesen wäre? Die dritte Frage ist die aufschlussreichste. Sie zeigt, wo Gewohnheit stärker ist als das Werkzeug, und ob das an fehlender Einarbeitung, an Misstrauen gegenüber den Antworten oder an einer falschen Aufgabe liegt.
Rechnen Sie damit, dass die ersten ein bis zwei Wochen holprig verlaufen. Die Pilotgruppe lernt, Fragen so zu stellen, dass brauchbare Antworten kommen, und sie lernt, Antworten kritisch zu lesen. Eine Bibliothek mit geprüften Vorlagen für typische Anfragen hilft dabei, weil sie gute Formulierungen teilbar macht. Halten Sie Anpassungen schriftlich fest, damit später nachvollziehbar bleibt, was sich zwischen Woche 4 und Woche 9 geändert hat.
Messen, ohne zu überwachen
In den Wochen 7 bis 9 wird gemessen. Drei Dinge reichen: Wie oft nutzen die sechs Personen den Assistenten? Wie gut sind die Antworten? Wie lange dauern die zehn Aufgaben im Vergleich zum Ausgangswert?
Für die Qualität ziehen die Projektverantwortliche und eine Fachperson insgesamt 20 Antworten aus den Pilotgesprächen. Wichtig ist, dass sie zufällig gezogen werden und nicht handverlesen. Jede Antwort wird gegen die genannte Quelle geprüft und gilt als falsch, wenn sie inhaltlich nicht stimmt oder keinen Beleg hat. Für die Zeit gilt: Das Prüfen der Antwort zählt zur Aufgabe. Ein Assistent, der in zwei Minuten antwortet, dessen Ergebnis aber zehn Minuten Nachprüfung braucht, hat keine Zeit gespart.
Ob die Nutzung aus Protokollen Ihres Werkzeugs stammt oder aus einer kurzen Abfrage in der Gruppe, hängt davon ab, was Ihr Werkzeug liefert. Sobald Nutzung erfasst wird, gehört das zum Gespräch mit dem Betriebsrat aus Woche 3. Vereinbaren Sie, dass ausgewertet wird, was die Gruppe als Ganzes tut, und nicht, wie fleißig einzelne Personen sind. Die Zahl „fünf von sechs nutzen den Assistenten regelmäßig“ reicht für die Entscheidung völlig aus. Als regelmäßig gilt dabei die Nutzung an mindestens drei Arbeitstagen pro Woche.
Die Woche 9: Ampel und Tor 2
In Woche 9 werden die Messwerte in eine einfache Ampel übertragen, die wir im Abschnitt zu den Abbruchkriterien beschreiben. Das Tor 2 ist die wichtigste Entscheidung des Plans: Hier wird gestoppt, nachgebessert oder ausgeweitet. Planen Sie dafür zwei Stunden ein und laden Sie den Sponsor persönlich ein.
Phase 3: Ausweitung (Wochen 10 bis 13)
| Woche | Fokus | Ergebnis am Ende der Woche |
|---|---|---|
| 10 | Zweite Gruppe einarbeiten | Mitglieder der ersten Gruppe begleiten die zweite |
| 11 | Betrieb regeln | Zuständigkeiten, Anlaufstelle für Fragen, Weg für Änderungen |
| 12 | Rechte und Kosten prüfen | Berechtigungen stichprobenartig geprüft, Aufwand und Lizenzkosten zusammengestellt |
| 13 | Abschlussbericht | Messwerte beider Gruppen, Empfehlung, Tor 3 |
Ausweitung bedeutet nicht, dass nun alle gleichzeitig starten. Es bedeutet: eine zweite Gruppe, ein zweiter Durchlauf der Messung, und die Prüfung, ob die Erfahrungen der ersten Gruppe übertragbar sind. Mitglieder der Pilotgruppe begleiten die neuen Kolleginnen und Kollegen. Das verkürzt die Einarbeitung und gibt den Pilotpersonen die Rolle von Multiplikatoren, die sie sich verdient haben.
Betrieb ist eine eigene Aufgabe
Die Ausweitungsphase endet nicht mit mehr Nutzern, sondern mit einer Zuständigkeit. Wer beantwortet Fragen? Wer pflegt die Vorlagen und Anweisungen? Wer prüft in Stichproben, ob die Berechtigungen noch stimmen? Wer entscheidet über neue Anwendungsfälle? Wenn nach Woche 13 niemand mit Namen dafür eingetragen ist, wird der Betrieb zufällig, und die Nutzung zerfällt.
Ein Werkzeug sollte dabei helfen, Abläufe nachvollziehbar zu halten. Läuft ein Teil der Arbeit als automatisierter Ablauf, etwa eine Kundenantwort, die erst nach Freigabe verschickt wird, hilft ein Protokoll der Läufe. In TheroAI zeigt der Audit-Log für Abläufe Zeitpunkt, Status und Dauer jedes Laufs, filterbar und als CSV exportierbar. Mehr zu Abläufen mit Freigabeschritt finden Sie bei den Workflows.
Am Ende von Woche 13 liegt der Abschlussbericht. Er enthält die Ausgangswerte, die Messwerte beider Gruppen, die Stichprobenergebnisse, die offenen Risiken, den Aufwand und die Empfehlung. Länger als zwei Seiten muss er nicht sein.
Die Tore: Drei Entscheidungen statt einer
Der häufigste Konstruktionsfehler in KI-Projekten ist ein einziger Entscheidungspunkt am Ende, an dem das Projekt dann nur noch gelobt werden kann. Wer bereits Geld, Zeit und Ansehen investiert hat, entscheidet selten gegen sich selbst. Drei Tore, die jeweils auch einen Stopp zulassen, verteilen die Entscheidung auf Zeitpunkte, an denen noch wenig verloren ist.
An jedem Tor fließen vier Arten von Eingaben zusammen: die Nutzung, die Qualität der Antworten, die Rückmeldung der Gruppe und die offenen Risiken. Die Runde besteht aus Sponsor, Projektverantwortlicher, Fachbereich sowie IT und Datenschutz. Sie hat drei mögliche Ausgänge, und alle drei sind gleichwertig.
| Tor | Zeitpunkt | Frage | Mögliche Entscheidungen |
|---|---|---|---|
| Tor 1 | Tag 21 | Sind wir bereit für den Pilot? | Pilotstart freigeben, nachbessern oder abbrechen |
| Tor 2 | Tag 63 | Trägt der Pilot die Ausweitung? | Weiter, anpassen oder stoppen |
| Tor 3 | Tag 91 | Übernehmen wir den Betrieb? | Betrieb übernehmen, nachbessern oder beenden |
Die Entscheidung wird mit Begründung protokolliert, egal wie sie ausfällt. Ein Stopp ohne Begründung hinterlässt nur das Gefühl, dass es nicht geklappt hat. Ein Stopp mit Begründung hinterlässt Wissen, das bei der nächsten Gelegenheit nützlich ist.
Typische Stolpersteine
Aus der Planung solcher Vorhaben ergeben sich wiederkehrende Fehler. Die folgende Tabelle ist eine Zusammenstellung aus unserer Sicht, keine Statistik.
| Stolperstein | Woran Sie es merken | Gegenmittel |
|---|---|---|
| Kein klares Ziel | Jede Person erklärt anders, wofür der Assistent da ist | Ein Satz zum Ziel in Woche 1, vom Sponsor unterschrieben |
| Zu viele Anwendungsfälle | Die Gruppe verzettelt sich, nichts wird belastbar | Ein Fall, ein Team, eine Prüfregel |
| Keine Ausgangswerte | Nach dem Pilot heißt es „gefühlt schneller“ | Zeitmessung in den Wochen 2 und 3 |
| Pilot nur für Begeisterte | Alle im Pilot sind zufrieden, außerhalb nutzt es niemand | Gruppe gemischt besetzen, auch Skeptiker einladen |
| Betriebsrat und Datenschutz zu spät | Der Pilot wird in Woche 6 angehalten | Beteiligung ab Woche 1 |
| Antworten werden nicht geprüft | Fehler fallen erst beim Kunden auf | Stichprobe, Quellenpflicht, Freigabe für alles mit Außenwirkung |
| Zuständigkeit endet mit dem Pilot | Nach Woche 13 fühlt sich niemand verantwortlich | Betriebsverantwortung in Phase 3 benennen |
Mehrere dieser Stolpersteine hängen zusammen. Wer in Woche 1 kein Ziel formuliert, kann in Woche 2 keinen Anwendungsfall begründen und in Woche 9 nichts auswerten. Der Plan ist deshalb als Kette gebaut: Jede Woche liefert, was die nächste braucht.
Ein Stolperstein verdient einen eigenen Absatz, weil er sich nicht in einer Tabellenzeile erledigen lässt: die Antworten selbst. Sprachmodelle formulieren überzeugend, auch wenn sie sich irren. Ein Werkzeug, das Quellen nennt, macht die Prüfung leichter, ersetzt sie aber nicht. Für alles, was nach außen geht, ist eine menschliche Freigabe vor dem Versand die einfachste und zuverlässigste Regel.
Abbruchkriterien: Wann Aufhören die richtige Entscheidung ist
Ein Plan, der das Aufhören nicht vorsieht, wird es im Ernstfall nicht tun. Legen Sie die Kriterien deshalb vor dem Pilotstart fest, wenn noch niemand Interesse an einem bestimmten Ergebnis hat. Die folgende Ampel zeigt vier Signale mit Beispielschwellen. Es sind keine Branchenwerte. Sie dienen dazu, die Methode zu zeigen, und Sie sollten eigene Schwellen setzen.
So lesen Sie die Ampel:
- Nutzung: Bei sechs Pilotpersonen ist grün, wenn fünf bis sechs den Assistenten regelmäßig nutzen, gelb bei drei bis vier und rot bei null bis zwei. Eine Technik, die freiwillig niemand benutzt, hat ein Problem, das auch mehr Schulung selten löst.
- Qualität: Von 20 geprüften Antworten dürfen höchstens eine falsch oder ohne Beleg sein, damit das Feld grün bleibt. Zwei bis drei sind gelb, vier oder mehr rot.
- Zeit pro Aufgabe: Grün heißt mindestens 20 Prozent kürzer als der Ausgangswert, gelb weniger als 20 Prozent kürzer oder gleich lang, rot länger als vorher. Die Prüfzeit ist eingerechnet.
- Offene Risiken: Grün sind geklärte und dokumentierte Punkte aus Datenschutz und Betriebsrat, gelb sind offene Punkte mit festem Klärungstermin, rot sind offene Punkte ohne absehbare Lösung.
Die Regel zur Auswertung lautet: Kein rotes und höchstens ein gelbes Feld bedeutet weiter. Ein rotes oder mehrere gelbe Felder bedeuten anpassen. Zwei oder mehr rote Felder bedeuten Stopp. Eine Ausnahme von dieser Regel ist möglich, aber nur schriftlich und mit Begründung durch den Sponsor.
Unabhängig von der Ampel gibt es Gründe für einen Sofortstopp: eine Antwort mit vertraulichen Inhalten für die falsche Person, ein Verstoß gegen das Regelwerk aus Woche 3 oder eine ungeklärte Rechtsfrage, die sich nicht aufschieben lässt. Dann wird der Pilot angehalten, bevor die nächste Ampel fällig ist.
Stopp ist ein Ergebnis
Ein Stopp ist kein Scheitern, solange er etwas hinterlässt. Halten Sie fest, welche Schwelle gerissen wurde, was Sie daraus lernen und ob ein anderer Anwendungsfall, ein anderer Zeitpunkt oder ein anderes Werkzeug eine neue Prüfung rechtfertigt. Ein Unternehmen, das nach 13 Wochen sagen kann „Für diese Aufgabe lohnt es sich nicht, aus diesen Gründen“, hat mehr gewonnen als eines, das nach 13 Wochen sagt „Wir haben es eingeführt“.
Wir würden uns freuen, wenn Ihr Pilot mit grünen Feldern endet, und wir haben als Anbieter ein erkennbares Interesse daran. Gerade deshalb halten wir die Abbruchkriterien für den wichtigsten Teil des Plans: Ein Pilot, der nicht scheitern darf, sagt über den Nutzen nichts aus.
Was Sie daraus mitnehmen können
Wenn Sie in Ihrem Team über eine KI-Einführung nachdenken, helfen diese Prüffragen, egal welches Werkzeug Sie wählen:
- 1.Können Sie das Ziel in einem Satz aufschreiben, mit Team, Aufgabe, Termin und Maßstab?
- 2.Haben Sie eine Person als Sponsor, die Zeit freigibt und ein unbequemes Ergebnis akzeptiert?
- 3.Haben Sie einen Anwendungsfall gewählt, der häufig vorkommt, bei Fehlern wenig Schaden anrichtet und sich an einer Quelle prüfen lässt?
- 4.Haben Sie Ausgangswerte erhoben, bevor der Pilot beginnt?
- 5.Liegen Regeln für Daten, Rechte, Freigaben und die Beteiligung des Betriebsrats schriftlich vor?
- 6.Sind die Abbruchkriterien festgelegt, bevor jemand ein Interesse am Ergebnis hat?
- 7.Steht fest, wer nach Woche 13 den Betrieb verantwortet, falls es weitergeht?
Wer diese sieben Fragen mit Ja beantwortet, hat noch keine erfolgreiche KI-Einführung. Er hat eine überprüfbare. Genau das ist nach 90 Tagen mehr wert als ein Versprechen am ersten Tag.
Wenn Sie sehen möchten, wie ein Assistent mit Quellen, Berechtigungen und Freigaben im Alltag aussieht, bevor Sie Ihre Gruppe zusammenstellen, können Sie sich die Demo in Ruhe ansehen. Ein Fahrplan funktioniert unabhängig davon, welches Werkzeug am Ende in Ihrem Pilot läuft.
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